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Sternwallfahrt Altötting 5. und 6. Oktober 2016

Die kfd ist damit noch nicht am Ende aller Bemühungen um Lohngleichheit angelangt, das verdeutlicht Anna-Maria Mette, stellvertretende kfd-Bundesvorsitzende in einer Andacht zu den Pilgerinnen in Altötting zum Thema „Frauen.Arbeit.Gerechtigkeit“.

Mette1Die Rolle der Frau habe in der heutigen Gesellschaft einen deutlichen Wandel erfahren, stellte Anna-Maria Mette der eher unbedeutenden Stellung der Frau vor 2.000 Jahren gegenüber, sowie der verbreiteten Meinung Mitte des 19. Jh., dass das höchste Ziel der Frau der häusliche Herd und das Familienleben sei. Frauen hätten heute die Möglichkeit, ihren Lebensweg selbst zu wählen und zu gestalten, gerade durch eine qualifizierte Ausbildung und in der Ausübung verschiedenster Berufe. Aber dadurch seien nicht alle Schwierigkeiten und Hürden beseitigt.

Der Blick auf das biblische Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg, da der Weinbergbesitzer alle gleich entlohne, egal wie lange diese gearbeitet hätten, bedeute, dass Gott nicht nach der Menschen Maß rechne: „Da kann eine kleine Gabe kostbarer sein, als ein großes Werk!“ In der realen Arbeitswelt sei die Bemessungsgrundlage eine andere: „Da muss die gerechte Verteilung von Arbeit und eine gerechte Entlohnung der Maßstab sein!“ Doch von gerechter Entlohnung wären wir weit entfernt, mahnte Anna-Maria Mette. 

Große Probleme bedeuteten für Frauen oft die Rückkehr von der „Familienphase“ in die Erwerbstätigkeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Angebote erhielten diese oft nur noch in Teilzeitstellen oder typische Frauenberufe im Niedriglohnsektor, wie etwa in Pflegeberufen.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit sei ein Thema, so die stellvertretende kfd-Vorsitzende, das viele Frauenverbände seit vielen Jahren beschäftige. Die Lohnlücke für Frauen liege immer noch bei 21 %.

Mettes Einschätzung: „Wir leben in einer Kirche, die von Frauen getragen, aber von Männern bestimmt wird!“ Eingebunden in eine große Frauengemeinschaft sah sie die Möglichkeit, Gerechtigkeit und Chancengleichheit an den gesellschafts- und kirchenpolitischen Schaltstellen immer wieder zu benennen und einzufordern.

Hauptzelebrant und Prediger am Mittwoch, 5. Oktober war P. Dr. Korbinian Linsenmann OSB, der sich beim Gottesdienst am Nachmittag mit dem Gesichtspunkt „Arbeit“ auseinandersetzte. „Ora et labora“, bete und arbeite sei schließlich das Motto der Benediktiner und drücke eine klösterliche Grundeinsicht aus, dass Nonnen und Mönche nämlich krank würden, wenn sie nur in der Bibel lesen und beten. Es brauche einen Ausgleich, eine Erdung.

„Was können wir für eine christliche Sicht auf die Arbeit, gerade von Benedikt lernen?“ hinterfragte P. Korbinian um gleich die Antwort für die außerklösterliche Arbeitswelt parat zu haben: „Arbeit gibt Würde, sie ist ein Teil der Menschenwürde“. Dabei sei es unerheblich, in welchem Bereich die Arbeit geleistet und ob und wieviel man dabei verdiene. Wenn Frauen nach der Familienphase nicht mehr in den Beruf zurückfinden könnten oder für ihre Arbeit weniger bekämen als Männer so sei das gegen ihre Würde und für Christinnen und Christen damit nicht hinnehmbar. P. Korbinian betonte, dass Wert und Würde von Menschen nicht von ihrem Arbeitseinkommen abhingen. „Wenn also beispielsweise Frauen weniger Rente bekommen, weil sie wegen Kinder- oder auch Elternpflege nicht durchgehend verdient haben, stimmt etwas nicht!“ Nicht zuletzt müsste eine christliche Ordnung von Arbeit und Arbeitsmöglichkeit darauf achten, dass es im Arbeitsleben nicht nur um Machtgefälle und Einkommenssteigerung gehe, sondern auch um Flexibilität.

Der Benediktinerpater sah es als große Aufgabe, gerade für das Arbeitsleben von Frauen aus dem christlichen Geist heraus Verbesserungen zu erreichen und bat, diese Anliegen bei dieser Wallfahrt, hier am Gnadenort Altötting, ins Gebet zu nehmen.

 

Hintergrund und mehr zu dem Thema Lohngleichheit für Frauen und Männer finden Sie hier...

 

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