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"Die Zeit, mutig voran zu schreiten ist jetzt!"

Fünf Jahre "Laudato Sí" - die Sozial- und Umweltenzyklika von Papst Franziskus feiert Geburtstag

Sie gilt als bahnbrechend und wegweisend, sorgte in der (nicht)-kirchlichen wie medialen Öffentlichkeit für Aufsehen und wird jetzt fünf Jahre alt: Papst Franziskus' Sozial- und Umweltenzyklika "Laudato si'" wurde am 18. Juni 2015 veröffentlicht, datiert ist sie auf den 24. Mai und feiert somit fünfjähriges Bestehen.

"Die Sorge um unser gemeinsames Haus" ist ein weitsichtiges, mit naturwissenschaftlichen Fakten untermauertes und auf den Prinzipien von Nächstenliebe und Schöpfungsverantwortung basierendes Manifest, durch das die kfd sich in ihren Überzeugungen stets bestärkt fühlte. 

nachhaltig und geschlechtergerechtFoto: kfd

Franziskus geht es darin nicht nur um die Bewahrung der Schöpfung, sondern auch um soziale Gerechtigkeit. Schließlich sind es die Menschen im sog. Globalen Süden, die am meisten unter Erderwärmung, Umweltzerstörung und Konsumverhalten des sog. Globalen Nordens leiden. Daher ist besonders wichtig, dass der Papst neben politischen Entscheidungsträger*innen bewusst jede*n Einzelne*n anspricht und dazu aufruft, Lebensstil und Konsumverhalten zu prüfen und ggf. zu ändern.

Auch der Diözesanrat des Erzbistums München ermutigt in seinem Newsletter vom 26. Mai zu einer umfassenden sozial-ökologischen Transformation: "Die Zeit, mutig voranzuschreiten, ist jetzt", so der Titel der Stellungnahme. Es liege an uns, "ob wir nach der Corona-Schockstarre wieder in die alten Verhaltens- und Wirtschaftsmuster zurückfallen oder die Chance zu einer ganzheitlichen Umkehr im Sinne von Laudato Si’ ergreifen". (Hier kommen Sie zur Pressemitteilung und hier zur Stellungnahme)

Die kfd hat dies seit langem im Blick: Frauen und Männer nehmen durch Konsum, Nahrungszubereitung und Reinigung, Wohnen und Mobilitätsverhalten wesentlichen Einfluss auf Umwelt und Mitmenschen. Privates Handeln ist somit immer politisch, und diesem Zusammenhang widmet die kfd im Jahr 2020 eine ganze Woche: „Frauen, wem gehört die Welt?“ (Hier kommen Sie zu Informationen über die Aktionswoche 2020)

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Wann, wenn nicht jetzt! – Unterstützen und unterzeichnen Sie den Aufruf der Frauenverbände

Corona hat das Leben in Deutschland und in der Welt grundlegend verändert.
Deutlich wird, dass die wirtschaftlichen und sozialen Kosten Frauen wesentlich stärker treffen. Die Pandemie vergrößert alle gleichstellungs- und frauenpolitischen Probleme /Schieflagen, auf die wir bereits seit Jahrzehnten hinweisen.

Angesichts der existenziellen Krise wird deutlich, wie lebensbedrohlich sich die über Jahre privatisierte und eingesparte öffentliche soziale Infrastruktur und die falschen Arbeitsbewertungen jetzt auf unseren Lebensalltag auswirken. 

Netz Gleichstellung von Frauen und Männern Foto kfdFoto: kfd

Wann, wenn nicht jetzt werden unsere frauen-und gleichstellungspolitischen Forderungen anerkannt und umgesetzt? 

Wir erwarten von Politik, Arbeitgeber*innen und allen Verantwortungsträger*innen ein ebenso mutiges, sachbezogenes und schnelles Handeln wie jetzt in der Zeit von Corona.

Deshalb fordern wir u.a.:

  • finanzielle Aufwertung und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, im Gesundheitswesen, der Erziehung und im Einzelhandel

  • Abschaffung der Sonderregelungen für Minijobs

  • Rahmenbedingungen und Arbeitszeiten, die es Eltern ermöglichen, sich die Care-Arbeit gereicht zu teilen

  • eine bedarfsgerechte und flächendeckende Versorgung mit Beratungsstellen und Gewaltschutzeinrichtungen

Die kfd hat sich mit über 20 weiteren, bundesweit aktiven Frauenverbänden und Gewerkschaften mit gleichstellungspolitischen Forderungen in einem gemeinsamen Aufruf an die Bundesregierung und Arbeitgeber gewendet.

Den Aufruf unterzeichnen

Weitere Informationen zu dem Aufruf finden Sie hier

kfd-Predigerinnentag zum Tag der Apostelin Junia

 

12 Frauen. 12 Orte. 12 Predigten.

Erstmals und bundesweit: Zum Tag der Apostelin Junia (Sonntag, 17. Mai 2020) geht die kfd mit ihrer Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche dorthin, wo es an Gleichberechtigung bislang fehlt: In der katholischen Kirche.

12 Frauen, die als Geistliche Leiterinnen oder Begleiterinnen in der kfd aktiv sind, wollten am 17. Mai an 12 Orten bundesweit erstmals während einer Eucharistiefeier predigen - und damit deutlich machen, dass sie ihrer Berufung folgen.

Predigerinnen Rappl neu

Foto: Rappl

In der Diözese München-Freising stellt Elisabeth Rappl, geistliche Begleiterin des Diözesanverbandes, ihre Predigt als Text-Dokument zur Verfügung.

Collage Predgerinnen BVCollage: kfd-Bundesverband
zur Predigt

 

75 Jahre Kriegsende

Liebe kfd-Frauen, liebe Frauen,

das gewohnte Leben ist in manchen Bereichen durch die Corona-Krise eingeschränkt: z.B. bei Kulturveranstaltungen, Schul- und KiTa Besuch der Kinder, Familienfeiern … Manche trifft es sehr stark wie z.B. Familien mit Kindern, Gaststätten, Chöre und Theater; andere weniger. Wir vergleichen immer, wie es früher war mit dem Jetzt. Im Vergleich relativiert sich das eine, anderes erleben wir im Vergleich sehr schmerzlich.

Heute vor 75 Jahren war das Ende des 2.Weltkrieges. Ich und meine Generation kennt es nur aus Erzählungen der Eltern, aus Geschichtsbüchern oder Filmdokumentationen. Ich hab das Gefühl, daß diese schreckliche Zeit sehr lange zurück liegt und mir wird bewusst, daß ich immer in Zeiten des Friedens leben durfte. Von meinen Eltern bekam ich mit die Angst, die Not, das Schreckensgefühl in diesen Jahren des Krieges, aber auch die Zufriedenheit, nachdem diese grausame Zeit ein Ende hatte. Aus dieser Zufriedenheit haben sie gelebt und in dieser zufriedenen Atmosphäre bin ich aufgewachsen.

Gerade diese Tage jetzt, in der wir im Vergleich zu vorheriger Zeit manche Einschränkung und Ängste spüren, lässt uns nachdenken darüber, was wir brauchen bzw. nicht brauchen, um zufrieden zu sein: das Geschenk des Friedens in unserem Land, die Möglichkeit sich zu treffen, in einem menschlichen Netzwerk leben, sich keine Sorgen um die Lebensmittel zu machen, die Schönheit der Natur erleben .

Blicken wir darauf und lassen das Gefühl von Zufriedenheit in der Einfachheit des Lebens wachsen. So wünsch ich Ihnen heute einen schönen Tag!

Es grüßt Euch herzlich

Sebastian Heindl
kfd-Diözesanpräses

Vertrauen

Mutter Gottes mit Jesuskind Maria Eich b Mch Porträtausschnitt

Eine sehr kontroverse Stimmung macht sich gerade breit – in unserer Gesellschaft, aber auch in unseren Kirchen angesichts bevorstehender „Lockerungen“ und angedeuteter Möglichkeiten, gesellschaftliches und kirchliches Leben öffentlich wieder mehr aufzunehmen.

Die einen jubilieren darüber und die anderen machen sich berechtigterweise wieder verstärkt Sorgen.

Ja, es ist verständlich, dass wir uns nach einer gewissen Zeit des Verzichtes wieder nach mehr Nähe und gemeinschaftlichem Tun sehnen - mal ganz abgesehen von den negativen wirtschaftlichen und psychosozialen Nebenwirkungen der Kontaktbeschränkung.

Selbstverständlich hoffen wir, dass der aktuelle Zustand irgendwann ein Ende hat.

Und doch:   Es ist einfach vernünftig, den nüchternen Wissenschaftlern genau zuzuhören und ihren zur Vorsicht mahnenden Zahlenexperimenten zu trauen – selbst wenn auch sie keine hundertprozentige Sicherheit versprechen können.

Eigentlich gibt es nur eine sinnvolle Haltung, der gegenwärtigen Krise zu begegnen: mit Vertrauen.

Jesuskind im Schoss von Mutter Gottes Maria Eich b München

Oft wissen wir nicht, wozu bestimmte Ereignisse in unserem Leben gut sind.

Manchmal erfahren wir das bis ans Ende unserer Tage nicht.

Wie viele Menschen der Bibel haben sich aufgemacht, ohne zu wissen, ob es gut geht. Mit wenigem gerüstet – außer mit einem: dem Vertrauen, dem Glauben daran, dass sie niemals tiefer fallen können als in Gottes Hand. Dieses (Grund-)Vertrauen ist in unsere Herzen eingestiftet, als Töchter und Söhne Gottes, ausgestattet mit priesterlicher, königlicher und prophetischer Würde.

Vogel Mutter Gottes mit Jesuskind Maria Eich b München Foto Kolafa

 

Dieses in Rückbesinnung auf uns selbst (wieder) zu entdecken ist vielleicht die Aufgabe in dieser Krisenzeit - auch für die Kirche.

Dann brauch ich auch keinen Druck machen – weder mir noch anderen und kann gerne noch etwas länger verzichten – auf Fußballspiele genauso wie auf öffentliche Gottesdienste.

Morgen beginnt der Wonnemonat Mai – und manche sehnen sich nach einer Maiandacht.

Die Marienfigur in der Wallfahrtskirche Maria Eich zeigt uns eine Frau, die mit nichts als ihrem Vertrauen Himmel und Erde verbunden hat.

Mutter Gottes mit Jesuskind Maria Eich b München

            Foto: Kolafa

 Vertrauen

Schwebend sitzt sie auf einem großen Felsen.

Sie vertraut sich ganz dem Fels an, gelassen, ruhig, aufrecht, ohne Angst.

Auf ihrem Schoß sitzt Jesus, sie hält ihn nicht fest. Er ist einfach da, bei ihr.

Auf ihrer linken Hand hat sich ein Vogel niedergelassen, vielleicht ein Bild für den lebendigen Gottesgeist. 

„Du bist mein Fels, meine Burg, mein Retter.“ (Ps 31) 

Dieses Vertrauen der Maria wünsche ich uns allen, in einer Zeit, in der wir den Boden unter den Füßen verlieren. Dass wir uns gelassen Gott anvertrauen, dass wir spüren „Jesus ist da, in unserer Mitte“, dass wir uns öffnen für die Leben schenkende Geistkraft Gottes.  - Gott segne und behüte uns in dieser Zeit!

 

Ihre Adelheid Lappy
(Mitglied des Seelsorgeteams des
Diözesanpräses Pfarrer Sebastian Heindl)

Doch das ist nicht genug!

Regina Braun 1 klein

Diözesanvorsitzende Regina Braun zur Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft

Der „Tag der Diakonin“ hätte mit seiner zentralen Veranstaltung in diesem Jahr am 29.04. in Sankt Bonifaz in München stattfinden sollen. Nun hat uns die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Doch hat sie das wirklich? In diesen Zeiten ist nichts mehr, wie es war. Alles steht auf dem Prüfstand. Plötzlich sind Berufe systemrelevant, die vorher in den Sonntagsreden immer wertgeschätzt wurden, jedoch wenn es um die Rahmenbedingungen und um die Bezahlung der Arbeiten in den sogenannten Care-Berufen ging, fand die „Wertschätzung“ schnell ein Ende.

Plötzlich zählen unüberwindbare Hürden, wie Tarifparteien, Tarifautonomie usw. nichts mehr und der Staat macht einmalig 5000 Euro für die Pflegekräfte in „Gutsherrenart“ möglich. Professoren stellen, wie jüngst in einem SZ-Essay fest, dass ihr Beruf nicht systemrelevant ist und daher ihre Frauen nun den wichtigen Aufgaben in den Pflegeheimen und Krankenhäusern nachgehen. Männer kümmern sich um den Haushalt und die Kinder, die zu Hause betreut werden müssen. Alles möglich, was bis vor wenigen Wochen nicht einmal denkbar schien. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, wurde den Frauen immer wieder gesagt, geht und nun erleben die Männer, wie es geht.

Ostern war dann der Gipfel der "Einsamkeit". Es durften keine Gottesdienste oder Andachten gefeiert werden. Die Osternacht zu Hause? Osterfeuer alleine? Geweihte Speisen ohne Anwesenheit von Gläubigen?

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