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Auf dem Weg zum Diakonat der Frau - lesen Sie über den gemeinsamen Schweigemarsch am 29.04.2019

 

Dem Schweigemarsch war ein Gottesdienst in der vollbesetzten Michaelskirche vorausgegangen, der von Kirchenrektor P. Karl Kern SJ zelebriert wurde und der ganz im Zeichen der Hl. Katharina von Siena stand. Dr. Judith Müller, Pastoralreferentin und Fachbereichsleiterin der Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung in der Erzdiözese München und Freising, zeichnete den Lebens- und Glaubensweg dieser Heiligen des 14. Jahrhunderts nach: „Sie besaß das Charisma der Eigensinnigen, das Charisma derjenigen, die ihren Platz in der Kirche selbstverständlich einnehmen wollen“, so die Predigerin. Elisabeth Stanggassinger, Gemeindereferentin in München-Westend und in der „Gemeindeinitiative“ engagiert, lud am Ende des Gottesdienstes die Gläubigen ein, sich dem Schweigemarsch zum Dom unter dem Motto „Für den Diakonat der Frau – jetzt!“ anzuschließen und damit ein gemeinsames Zeichen zu setzen.

Trotz strömendem Regen folgten rund 250 Gottesdienstbesucherinnen und –besucher ihrer Einladung und sammelten sich in der Ettstraße, um – begleitet von Polizeibeamten – durch die Maxburgstraße den Dom zu umrunden. Erfreulich viele Vorständinnen von kfd und KDFB, deren Verbände schon seit Jahren aktiv die Diakonenweihe für die Frau fordern, sowie junge Frauen, Ordensfrauen, aber auch pastorale Mitarbeiter und ältere Damen und Herren unterstrichen mit ihrer Präsenz die Forderung der veranstaltenden Verbände. „Die Kirche muss endlich umdenken und die Frauen mitwirken lassen. Wir können mehr als nur Kuchen für den Seniorennachmittag backen, die Kirche putzen oder Mesnerdienst verrichten", bringt es eine 79-jährige Demonstrantin auf den Punkt, die allerdings nicht namentlich genannt werden will. Frauen und Männer seien gleichberechtigt, auch müsse die Kirche die Frauen einbeziehen, um eine Chance zu haben, ihre Botschaft auch an die junge Generation vermitteln zu können: „Ohne Gleichberechtigung wird die Kirche nicht überleben“, fügt ein 60-jähriger hinzu, der Diakoninnen in der katholischen Kirche „absolut begrüßen würde“. Im Vorfeld hatten die veranstaltenden Verbände einen gemeinsamen Offenen Brief an Kardinal Marx geschickt, in dem sie ihn auf die Gleichberechtigung der Frauen als ein Menschenrecht hinweisen, „die bisher in der römisch‐katholischen Kirche nicht umgesetzt wird“ und ihn um Unterstützung der Förderung des Diakonats der Frauen bitten.

Die Bundesvorsitzende der kfd, Mechthild Heil, erinnerte übrigens einen Tag nach dem Münchner Schweigemarsch bei der zentralen Veranstaltung zum „Tag der Diakonin 2019" in Mainz daran, „dass nicht der Zugang von Frauen zum Amt der Diakonin begründungspflichtig ist, sondern ihr Ausschluss. Solange das diakonische Weiheamt Männern vorbehalten bleibt, schwächt dies die diakonische Kraft der Kirche und ihre Zukunftsfähigkeit. In absehbarer Zeit müssen im Zuge einer Öffnung des Amtes gemeinsame Ausbildungsgänge für Frauen und Männer realisiert werden.“ pp

kfd in Kirche
Geballte kfd-Power für Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche: Engagierte kfd- Frauen in St. Michael; Foto: P. Preis


   Schweigemarsch Versammlung vor dem Dom 2 Foto: P. Preis

Schlusskundgebung am Dom; Foto: P. Preis

Schweigemarsch Leininger Leopold

Stefan Schori (Hauptorganisator, "Wir sind Kirche"), Ulrike Leininger ("Münchner Kreis") und Sigrid Leopold (Vorstandsmitglied kfd Diözesanverband München-Freising); Foto: P. Preis

Nazet und Kolafa

Annabella Kolafa (kfd Diözesanverband München-Freising) und Sylvia Nazet (KDFB Diözesanvorsitzende München-Freising)
Foto: "Wir sind Kirche"

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