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Doch das ist nicht genug!

 

Die Auferstehung ohne die Gläubigen? Alles möglich, denn Jesu Auferstehung funktioniert auch ohne Kirche und mit Glauben. Bis vor kurzem nicht denkbar und dann doch möglich. Viele Frauen haben zu Hause mit ihren Familien Hausgottesdienste gefeiert, Osterbrot gebacken und das Brot am Tisch gesegnet, geteilt und den Kindern (und Vätern) die Ostergeschichte nahegebracht. Geht nicht, gibt`s nicht!

Jesus offenbarte sich zuerst Frauen nach der Auferstehung und bat sie allen davon zu erzählen. Ostern 2020 haben sie es getan.

Bereits 1999 hat die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in seiner Bundesversammlung mit überwiegender Mehrheit für den Zugang der Frauen zu Weiheämtern in der Kirche gestimmt. Bereits kurz nach der Abstimmung wurde Deutschlands größter Frauenverband von der Deutschen Bischofskonferenz gemaßregelt und aufgefordert diese Haltung aufzugeben. Widerwillig und unter Androhung schwerster Sanktionen hat die kfd die Stellen zu den Weiheämtern und zum Diakonat der Frau weiß gelassen. Damit wurde deutlich gemacht, dass hier eine klaffende Wunde ist und die Frauen nicht bereit sind dahinter zurück zu treten.

2019 war es so weit.
Wieder stimmte die kfd Bundesversammlung über die Rolle der Frau in der Kirche ab und sprach sich einstimmig für den Zugang der Frauen zu allen Weiheämtern aus. Stehend applaudierten die Delegierten dem Beschluss und nicht wenige Frauen hatten Tränen in den Augen. Frauen geben sich nicht mehr mit der Rolle der Dienerin zufrieden. Sie wollen und können gestalten und das fordern sie auch von Kirche ein. Die Geschichte der kfd-Leitlinien ´99 haben viele kfd-Frauen begleitet und sie nicht müde werden lassen, weiter für die Ziele von Frauen in der Kirche einzutreten.

Viele Frauen haben es bedauert, dass ausgerechnet Ostern der Pandemie zum Opfer gefallen ist. Gleichzeitig sind sie erfinderisch geworden und haben Jesus zu sich nach Hause eingeladen, getreu dem Motto „wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind.“ Und er kam. Noch nie haben so viele Menschen weltweit über den Sinn ihres Daseins nachgedacht und fanden sich am Rand ihrer Möglichkeiten und Kräfte. Die Menschen suchen nach Sinn und Heimat und dieser Glaube kann ihnen beides bieten.

Neue Wege gehen insbesondere die Frauen und versuchen sich nun verstärkt online zu vernetzen, auszutauschen und einander nah zu sein. So auch die kfd, die über Homepage und instagram die Nähe zu ihren Mitgliedern und vielen anderen Frauen gesucht und gefunden hat. In eindrucksvollen Beiträgen finden die Menschen zueinander, fühlen sich angesprochen und in ihrer Lebenswirklichkeit abgeholt.

Lebenswirklichkeit und Kirche scheint gerade in diesen Tagen ein Widerspruch an sich zu sein. Was hat es mit der Lebenswirklichkeit von Menschen zu tun, wenn mehr als 50% der Menschen, die man versucht zu erreichen, nicht repräsentiert werden?

Frauen nehmen in der Kirche derzeit eine nachgeordnete Rolle ein. Wenngleich es bemerkenswert ist, dass es zwei Modellpfarreien (Geisenhausen und Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus) in der Diözese gibt, die Leitungsmodelle mit Frauen erproben. Darüber hinaus das Generalvikariat seit Beginn des Jahres von zwei leitenden Persönlichkeiten verantwortet wird, wovon eine eine Frau ist. Doch das ist nicht genug!

„Nicht der Zugang von Frauen zu den kirchlichen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern deren Ausschluss.“, so die Osnabrücker Thesen aus dem Jahr 2017. Frauen wollen und können mehr. Sie fordern ihr Recht des Zugangs zum Diakonat der Frau als ersten Weiheschritt.

Die Pandemie hat uns zwar einen Strich durch die Rechnung der zentralen Feier des „Tages der Diakonin“ am 29.04. in München gemacht und doch die Augen für die wirklich wichtigen Berufe und Berufungen von Frauen geöffnet.

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