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Vertrauen

Mutter Gottes mit Jesuskind Maria Eich b Mch Porträtausschnitt

Eine sehr kontroverse Stimmung macht sich gerade breit – in unserer Gesellschaft, aber auch in unseren Kirchen angesichts bevorstehender „Lockerungen“ und angedeuteter Möglichkeiten, gesellschaftliches und kirchliches Leben öffentlich wieder mehr aufzunehmen.

Die einen jubilieren darüber und die anderen machen sich berechtigterweise wieder verstärkt Sorgen.

Ja, es ist verständlich, dass wir uns nach einer gewissen Zeit des Verzichtes wieder nach mehr Nähe und gemeinschaftlichem Tun sehnen - mal ganz abgesehen von den negativen wirtschaftlichen und psychosozialen Nebenwirkungen der Kontaktbeschränkung.

Selbstverständlich hoffen wir, dass der aktuelle Zustand irgendwann ein Ende hat.

Und doch:   Es ist einfach vernünftig, den nüchternen Wissenschaftlern genau zuzuhören und ihren zur Vorsicht mahnenden Zahlenexperimenten zu trauen – selbst wenn auch sie keine hundertprozentige Sicherheit versprechen können.

Eigentlich gibt es nur eine sinnvolle Haltung, der gegenwärtigen Krise zu begegnen: mit Vertrauen.

Jesuskind im Schoss von Mutter Gottes Maria Eich b München

Oft wissen wir nicht, wozu bestimmte Ereignisse in unserem Leben gut sind.

Manchmal erfahren wir das bis ans Ende unserer Tage nicht.

Wie viele Menschen der Bibel haben sich aufgemacht, ohne zu wissen, ob es gut geht. Mit wenigem gerüstet – außer mit einem: dem Vertrauen, dem Glauben daran, dass sie niemals tiefer fallen können als in Gottes Hand. Dieses (Grund-)Vertrauen ist in unsere Herzen eingestiftet, als Töchter und Söhne Gottes, ausgestattet mit priesterlicher, königlicher und prophetischer Würde.

Vogel Mutter Gottes mit Jesuskind Maria Eich b München Foto Kolafa

 

Dieses in Rückbesinnung auf uns selbst (wieder) zu entdecken ist vielleicht die Aufgabe in dieser Krisenzeit - auch für die Kirche.

Dann brauch ich auch keinen Druck machen – weder mir noch anderen und kann gerne noch etwas länger verzichten – auf Fußballspiele genauso wie auf öffentliche Gottesdienste.

Morgen beginnt der Wonnemonat Mai – und manche sehnen sich nach einer Maiandacht.

Die Marienfigur in der Wallfahrtskirche Maria Eich zeigt uns eine Frau, die mit nichts als ihrem Vertrauen Himmel und Erde verbunden hat.

Mutter Gottes mit Jesuskind Maria Eich b München

            Foto: Kolafa

 Vertrauen

Schwebend sitzt sie auf einem großen Felsen.

Sie vertraut sich ganz dem Fels an, gelassen, ruhig, aufrecht, ohne Angst.

Auf ihrem Schoß sitzt Jesus, sie hält ihn nicht fest. Er ist einfach da, bei ihr.

Auf ihrer linken Hand hat sich ein Vogel niedergelassen, vielleicht ein Bild für den lebendigen Gottesgeist. 

„Du bist mein Fels, meine Burg, mein Retter.“ (Ps 31) 

Dieses Vertrauen der Maria wünsche ich uns allen, in einer Zeit, in der wir den Boden unter den Füßen verlieren. Dass wir uns gelassen Gott anvertrauen, dass wir spüren „Jesus ist da, in unserer Mitte“, dass wir uns öffnen für die Leben schenkende Geistkraft Gottes.  - Gott segne und behüte uns in dieser Zeit!

 

Ihre Adelheid Lappy
(Mitglied des Seelsorgeteams des
Diözesanpräses Pfarrer Sebastian Heindl)

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