Selbstschutz und Zivilcourage – Wie ich mich und andere effektiv verteidigen kann
Vortrag mit Yves Müller im Pfarrheim Wartenberg
Zum UN-Gedenktag „Nein zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ am 25. November referierte Yves Müller im Pfarrheim Wartenberg zum Thema "Selbstschutz und Zivilcourage – Wie ich mich und andere effektiv verteidigen kann". Eingeladen hatte die kfd mit Dekanatsleiterin Uschi Gröppmair, in Kooperation mit dem Kreisbildungswerk Erding. Vor dem Vortrag fand in der Kirche Mariä Geburt eine thematische Andacht mit Gemeindereferentin Irmgard Brenninger statt.
Zu Beginn informierte Herr Müller über den Begriff Gewalt, untermauert durch Statistiken zur Täter-Opfer-Beziehung sowie die Fragen „Was ist Gewalt?“ und „Wer übt Gewalt aus?“. Anschließend fragte er die anwesenden Frauen, wie man gefährliche Situationen vermeiden könne. Die beste Vorbereitung sei ein Plan für unangenehme Situationen, zum Beispiel zusätzliches Geld für eine ungeplante Taxifahrt oder ein vorher abgesprochenes Telefonat mit einer verlässlichen Person. In einigen Regionen gebe es laut Müller auch einen Nachhause-Begleitservice per Handy. Die Nutzung zum Beispiel von Pfeffersprays sei nur sinnvoll, wenn man den Umgang damit vorher geübt habe.
Im weiteren Verlauf wurde die Frage nach der Wirksamkeit von Gegenwehr gestellt. Da Täter oft durch die Tat Befriedigung im Kopf erlangen, könne Gegenwehr dem entgegenwirken. Der Referent erklärte, dass Schreien eine der effektivsten Formen der Gegenwehr sei, auch wenn sich viele Menschen davor scheuen; Übung helfe hier weiter. Laut Yves Müller sei Selbstverteidigung vergleichbar mit Erster Hilfe: Jeder sollte einmal einen Kurs besucht und gegebenenfalls aufgefrischt werden.
Was nach einer Tat zu tun sei, erklärte er ebenfalls: Zuerst in Sicherheit bringen und Verletzungen prüfen, dann Anzeige erstatten und gegebenenfalls untersuchen lassen. Wichtig sei, dass sich das Opfer nicht schuldig fühle. Die Schuld liege immer beim Täter.
Im zweiten Teil des Abends ging es um Zivilcourage. Bei aktiver Zivilcourage sei es wichtig, nicht allein einzuschreiten, sondern vorher Hilfe zu holen – etwa durch einen Anruf bei der Polizei oder das Ansprechen anderer Personen. Ein örtlicher Anruf bei der Polizei bedeute, dass Hilfe zeitnah kommt; kein Anruf sei umsonst. Wichtig dabei, sich nie selbst in Gefahr zu bringen. Bei passiver Zivilcourage bedeute es Hinsehen, Hinhören und aufmerksam reagieren, wenn sich jemand verändert. Bei Kindern könne man im Umfeld fragen, was los sei.
Am Ende des Vortrags hatten die Zuhörerinnen die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Es wurden weitere Tipps diskutiert, etwa der Einsatz eines Alarmknopfes am Schlüsselanhänger oder einer Trillerpfeife.
Der Vortrag kam durch die aufgelockerte und humorvolle Vortragsweise sehr gut an, und die Frauen konnten sicher zahlreiche hilfreiche Informationen mitnehmen.
Fotos und Text: Uschi Gröppmair



